Gestern Samstag fuhren Martin und ich das erste Mal nach Offenbach in den Stadtteil Bieber zu unseren Kameraden an ein Bezirksliga-Turnier. Zwischen den Spielern von Bieber und uns Liestalern besteht seit längerer Zeit schon ein freundschaftliches Verhältnis und so sehen wir uns ein-zwei Mal im Jahr.
Da Bieber doch gute 350 Km weit weg liegt, mussten wir Beide schon früh am morgen aufstehen um noch etwas von der 125 Jahr-Jubiläumsfeier, das die Bieber in diesem Jahr feierten, mitzubekommen. Doch die lange Anfahrt hatte es in sich. Wir hatten "Glück" und kamen nach einer ungewollten Spritzfahrt durch Offenbach erst nach den Reden und Ehrungen in den Gemeindesaal und so erwartete uns sogleich das grosse Buffet und ein Gläschen Sekt...
Danach ging es in die Halle nebenan. Da wir vom Veranstalter keinen Spielplan erhalten haben und eigentlich auch gar keine Ahnung hatten, in was für einer Liga und gegen welche Mannschaften wir zu spielen haben, war die Überraschung für Martin und mich gross. Denn es kamen immer mehr Männer im gesetzten Alter und mit entsprechenden Bäuchen aus der Umkleidekabine in die Halle. Da hatten wir dann kurzfristig schon das Gefühl, am falschen Turnier zu sein... Doch zu unserer Erleichterung stellten wir nach einem kurzen Gespräch mit dem Vorsitzenden fest, dass wir halt nicht die einzigen waren, denn gleichzeitig mit uns begann auf dem anderen Spielfeld das Turnier der "Alten Herren". Die kommen alle als Einzelspieler an das Turnier und werden dann einem Partner zugelost. Entsprechend freundschaftlich geht es bei ihnen auch zu und her und es war eine Freude, in den Pausen ein bisschen zu ihnen zu schielen...
Unser Turnier wurde dann pünktlich mit fünf Mannschaften gestartet. Im ersten Spiel mussten wir gegen die Mannschaft aus Arheilgen antreten. Diese Beiden hatten wir gut im Griff, wir waren ja noch eingespielt vom Cuperfolg in Winterthur und gewannen mit 5:2. Danach spielten wir gegen die gemischte Mannschaft aus Klein-Klotzenburg/Bieber ebenfalls mit 5:2. Im dritten Spiel gegen die Mannschaft aus Stockstadt hatten wir dann einiges mehr Mühe. Das Niveau des Turnieres war nicht sehr hoch, unsere 2. Ligamannschaften hätten da wohl auch mitgehalten, und so mussten wir auf dem arg kleinen Spielfeld das Spiel machen. So konterten uns die beiden routinierten Herren von Stockstadt vorbildlich nach Strich und Faden aus und gewannen den Match knapp aber verdient mit 3:2. Im letzten Spiel konnten Martin und ich dann noch einmal aufdrehen und gewannen gegen die Heimmannschaft aus Bieber diskussionslos mit 7:1.
Somit durften wir als Zweite in der Zwischenrunde gegen die drittklassierten aus Klein-Krotzburg/Bieber antreten. Eigentlich hatten wir das Spiel im Griff, doch gegen Schluss machte sich bei uns der Schlendrian gemütlich und die Gegner konnten noch bis zum 4:5 aufholen. Doch mit diesem Resultat standen wir im Final. Erwartungsgemäss wieder gegen die Stockstädter.
Im Final setzten sich Martin und ich dann diskussionslos klar mit 5:3 durch und somit konnten wir schon das dritte Turnier in diesem Herbst gewinnen.
Nach uns waren die "Alten Herren" auf dem anderen Platz auch mit ihren Spielen fertig. Kurz nach dem Ende ihres Turnieres lief die Siegermannschaft mit mehreren Kisten Bier und Prosecco auf den Platz und es gab Freibier für die Männer und ein Gläschen für die mitgereisten Damen.
Nach der verdienten Dusche setzten fuhren wir alle in Restaurant in der Stadt. Dort hatte der Verein zum Jubiläum einen Saal gemietet und Martin und ich stellten fest, dass wir in unserem sportlichen Look uns vom Rest der über 100 Köpfe zählenden Gesellschaft ein wenig abhoben.
Nach dem Essen, das aus einem riesigen Stück Fleisch und einigen Bieren bestand, gab es dann die Ehrungen und wir bekamen als Preis einen schön verzierten Mostkrug über... Dies muss, so die ausführliche Erklärung der Einheimischen, hier Tradition sein… Daraufhin ging es im Saal mit Musik und Tanz los und die Deutschen legten los wie die Feuerwehr. Wir jedoch mussten uns dann nach einiger Zeit von der Gesellschaft verabschieden, da wir noch gute drei Stunden Fahrt vor uns hatten…
Doch uns hat es so gefallen, dass wir wieder nach Bieber fahren. Wir wollen ja unseren Titel verteidigen...


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